Die "Globale posturale Rekalibrierung des Haltungssystems" nach Prof. Dr. Bricot
Die kritische Phase- die Eingewöhnungszeit in den ersten Wochen
In den ersten Therapiewochen (oft auch länger) mit den Sohlen zur posturalen Stabilisierung erkennt man die ursprüngliche ungleiche Gewichtsverteilung auf beide Füße.
Um dieses Ungleichgewicht wieder zu korrigieren, stellt der Körper diese Situation in den nachfolgenden Wochen wieder um.
Am Ende ca. der ersten 6 Wochen der Eingewöhnung, d.h. wenn die gesamte Therapie wirklich konsequent durchgeführt wurde, stellt sich die optimale Gleichgewichtverteilung auf beide Füße innerhalb des wieder gewonnen posturalen Gleichgewichts wieder ein. (Button Der Weg zur Therapie)
Die Haltungskorrektur, d.h. die sichtbare Haltungsverbesserung setzt hingegen schon unmittelbar mit dem Tragen der Einlegesohlen ein. (siehe unter Behandlungsbeispiel 1 dokumentiert mit dem Haltungsanalyssystem corpus-concepts).
Diese kritische Anfangszeit von 6 Wochen verläuft im allgemeinen ohne Beschwerden.
Gelegentlich kann es dabei bei einigen Patienten zum Auftreten von wandernden Schmerzen kommen, die meistens von selbst wieder verschwinden.
Durch das regelmäßige Tragen der therapeutischen Einlegesohlen werden sowohl die ursächlichen als auch die angepassten Störungen korrigiert.
Aber erst mit der gleichzeitigen Korrektur der anderen Rezeptoren des Haltungssystems lässt sich die optimale Haltung auch auf Dauer stabilisieren.
Deshalb hat Prof. Bricot seine Behandlung „ Die Globale posturale bzw. somatosensomotorische- sensorielle Rekalibrierung des Haltungssystems“ genannt.
In den ersten Jahren verglich Bricot noch das Haltungssystem mit der Funktionsweise eines Computers und hatte deshalb seine Therapie zuerst " Globale Reprogrammierung des Haltungssystems" bezeichnet.
Zum Abschluss dieser Ausführungen möchte hier noch auf die besondere Vorgehensweise bei der Durchführung dieser Therapie bei Sportlern, besonders bei Hochleistungssportlern hinweisen.
Während der Zeit, in der das Haltungssystem zwischen dem Ungleich -gewicht und der neuen Anpassung hin und her schwankt, kann der Sportler „seine Bezugspunkte“ verlieren, wodurch sein Körperschema instabil wird.
Je nach Sportart besteht deshalb in den ersten 6 Therapiewochen eine erhöhte Verletzungsgefahr.
Deshalb sollte bei Sportlern mit der Therapie nie kurz vor einem Wettkampf begonnen werden.
Am besten ist es, wenn die Eingewöhnungszeit während einer längeren Trainingspause stattfindet. Ansonsten sollte während der ersten sechs Wochen nur ein leichtes Training absolviert werden.