Die Therapie über die Augen als Eingang zum Haltungssystem
Warum sollten die Störungen des Augenrezeptors behandelt werden?
1. Störungen des Augenrezeptors führen zu einer neuen Integrierung in das posturale Schema, dass sich an diesen Fehler und dem daraus resultierenden Ungleichgewicht im gesamten Haltungssystem anpassen muss bzw. musste, d.h. es kommt nicht nur zu einer Fehlhaltung, sondern auch zur Anpassung der anderen Rezeptoren, vor allem der Füße und des Zahn- Kieferapparates an diesen Augenfehler. (siehe auch unter Beispiel von Dr. Fimiani)
2. Liegt eine Konvergenzschwäche vor, und wird diese nicht behandelt, so bleibt dieser Wahrnehmungsfehler ein Leben lang bestehen. Denn unser Haltungssystem ist nicht in der Lage, diesen Fehler selbst wieder zu korrigieren.
3. Solange das Haltungssystem frei von weiteren Belastungen ist bzw. bleibt, könnte man mit so einem Fehler ohne Probleme alt werden.
Aber leider ist das aufgrund unserer Lebensumstände nicht immer der Fall. (siehe Behandlungsbeispiel 1 dokumentiert mit dem Haltungsanalysesystem corpus-concepts und Beispiel 2)
Für die Therapie der Augen stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
1. Zur Beeinflussung der muskulären Ungleichgewichte der Augen ( Asymmetrie der Augenmotorik) sollten die Patienten angeleitet werden, regelmäßig spezielle Augenübungen in Konvergenz oder in Divergenz durchzuführen, die Ihre Augenmuskeln neu konditionieren.
Diese unterschiedliche Übungen sollten Sie individuell an die jeweilige Störung anpassen.
Bei stärkeren Störungen können Sie den Patienten auch zu einem Orthoptiker überweisen, der ihn entsprechend fachlich anleitet.
Nur durch regelmäßige Wiederholung dieser Übungen lassen sich die zurück gewonnenen Muskelgleichgewichte automatisieren, da sie dann ins Langzeit- Gedächnis abspeichert sind.
Auch bei deutlicheren Schielstellung in Konvergenz wird ebenfalls mit Augenübungen trainiert, jedoch sollte mit den Augen einzeln trainiert werden, da ein beidäugiges (räumliches) Sehen in der Regel nicht mehr möglich ist.
Das Augenmuskeltrainig können Sie mit dem „ Autofahren lernen“ vergleichen.
Zuerst mussten Sie die Abläufe des Autofahrens erlernen, um sie dann mit der Zeit durch regelmäßiges Fahren auch automatisieren zu können (Schalten, Kuppeln, etc.)
oben: vor und nach 12 Monaten Augentraining
unten: vor und nach 6 Monaten Behandlung
Ein weiteres Behandlungsbeispiel
2.
Je nach Befund wird diese Therapie mit weiteren Maßnahmen wie
Augentropfen zur Verbesserung der Sehschärfe und / oder
Entspannung der äußeren Augenmuskeln (M. rektus lateralis, M. obliquus inferior) auf dem hypokonvergenten(schwächeren) Auge z.B. mit einem Magneten oder mit posturalen Prismen.
Auch mit Regulationstherapien wie Aurikulotherapie bzw. Aurikulomedizin nach Nogier lassen sich solche Störungen behandeln.
Manchmal ist auch eine Überprüfung der Zentrierung des Brillengestells und/ oder Brillengläser beim Optiker oder Augenarzt erforderlich, da diese ebenfalls Einfluß auf das Haltungssystems haben.
Auch an einen regelmässigen Alkohol- oder Drogen -konsum oder an bestimmte Medikamente, wie z.B. Antidepressiva, Beruhigungsmittel, zentral wirkende Schmerzmittel etc. sollte im Zusammenhang bei Störungen des Augenrezeptors gedacht werden, da sie ebenfalls die Augenmotorik negativ beeinflussen.