Liebe Patientin, lieber Patient !
Diese leicht verständliche Informationsseite soll Ihnen dabei helfen, diese andere Sicht- und therapeutische Vorgehensweise in der Medizin besser verstehen zu lernen, mit der wir vor allem Fehlhaltungen und ihre Folgen, Beschwerden oder Schmerzen an der Wirbelsäule, dem Kopf und den Gelenken ohne Medikamente behandeln.
Hier werden Sie erfahren, was alles Ihre Körperhaltung beein- flussen kann, wie und wodurch Schmerzen entstehen und wer oder was Ihre sonstigen Beschwerden wie z.B. Schwindel, Tinnitus, Kiefergelenksprobleme, etc. verursachen kann.
Haben Sie Fragen zur Posturologie oder zur Therapie, dann wenden Sie sich bitte an einen der Therapeuten oder auch an mich.
Was ist Posturologie?
Sie ist keine neue alternative Medizin, sondern eine andere Sicht- und Vorgehensweise in der heutigen Medizin.
Auf
Wunsch meiner bisher posturologisch behandelten Patienten habe ich mich entschlossen, auch für Sie eine informative Seite über das Thema Posturologie ins Internet zu stellen.
Das Wort Postur-o-logie setzt sich aus den beiden Begriffen posture aus dem Französischen Haltung und logie aus dem Griechischen Lehre zusammen.
Es geht hierbei um die Lehre über unser Haltungssystem, die im Sinne Ihrer Gesundheit endlich wieder zu einer engen Zusammenarbeitder verschiedenen medizinischen Fachgebiete Orthopädie, Allgemeinmedizin, Kinder-, Augen-, Zahn- und Kieferheilkunde, etc. führt.
Geprägt hat diese Lehre der Orthopäde und Chirurg Herr Prof. Dr. med. Bernard Bricot aus Marseille/ Frankreich. Seit ein paar Jahren wird seine Lehre auch wieder in Deutschland gelehrt und zunehmend in die Praxis umgesetzt.
Nur die von Bricot und Fimiani ausgebildeten und geprüften Therapeuten der verschiedenen Fachdisziplinen behandeln Sie nach dieser Lehre.
Nach den neuesten Forschungsarbeiten handelt es sich, wie bisher meist immer noch angenommen, bei Bandscheibenschäden, Gelenkverschleiß (Arthrosen), Meniskusschäden, Kopfschmerzen, Migräne, Schmerzen des Bewegungsapparates, Fehlhaltungen wie Hohlkreuz, Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliosen), X- und O-Beine, etc. um keine Schicksalsschläge.
Dank Bricot lernen Sie die wirklichen ursächlichen Zusammen -hänge kennen.
Verlassen Sie mit mir, nach den Worten Bricots, die in der Medizin meist an Ihren Symptomen orientierten Therapien. Wenden Sie sich der Medizin der Ursachen zu, die sich auf neueste Forschungsarbeiten stützt:
Die Posturologie nach Prof. Bricot
Prof. Bricot hat seine Erkenntnisse zu einer therapeutischen Vorgehens -weise, zusammengefasst, um den Bewegungsapparat ursächlich, systematisch und nachhaltig in den schmerzfreien Optimalzustand zu bringen: die „Globale (Ganzheitliche) Reprogrammierung bzw. sensomotorische- sensorielle Rekalibrierung des Haltungssystems.
In der Posturologie spielen Fehlhaltungen eine große Rolle.
Die Posturologie beantwortet bisher offene Fragen: „Wieso haben 93% aller Menschen eine Fehlhaltung, wieso blockieren immer wieder Gelenke, verschieben sich Wirbel, gibt es Gelenkabnutzungen (Arthrosen), wie entstehen Skoliosen, Beinlängendifferenzen und was sind die Auslöser z.B.von Schwindel, Ängsten, Konzentrationsstörungen, etc. - aber vor allem - wieso helfen die meisten Therapien nur kurzfristig und bei machen Patienten gar nicht?“
Die Posturologie hat die Ursachen von Fehlhaltungen über Jahrzehnte erforscht. Eine Fehlhaltung ist die Summe verschiedener Störeinflüsse.
Die Posturologie sieht und untersucht den erkrankten Menschen in seiner Gesamtheit.
Den Körper als Ganzes zu sehen, ist eine Vorgehensweise, die die orientalische Medizin bereits seit Jahrtausenden kennt und praktiziert.
Hier in Europa kommt diese Vorgehensweise erst in den letzten Jahren bei einigen Therapien wie z.B. der Akupunktur, Manuelle Medizin, Osteopathie etc. zur Anwendung.
Die Posturologie und die aus ihr hervor gegangene Haltungskorrektur werden in Frankreich und Italien an 6 Universitäten angehenden Ärzten gelehrt.
In vielen anderen europäischen Ländern: Italien, Portugal, Schweiz, Belgien, aber auch in Brasilien, Kanada, etc. wird die Posturologie und deren Therapie schon seit Jahren gelehrt und erfolgreich in der Praxis angewandt.
Die erste Haltungsschule überhaupt wurde schon 1890 in Deutschland von dem Tübinger Arzt Prof. Vierordt an der Berliner Charité ins Leben gerufen und ist dann leider in Vergessenheit geraten.
2008 wurde die deutsche Ärzte-Gesellschaft für Posturologie e.V. an der GGA/ Hamm.
Nach diesen einleitenden Worten möchte ich Ihnen jetzt diese Lehre näher erläutern.
Wie funktioniert unser Haltungssystem?
Von Geburt an entwickeln wir unsere Haltungsstrategien, auf die wir ein Leben lang zurückgreifen. Diese Strategien bzw. Bewegungs- abläufe wie Laufen, Schreiben lernen, etc. speichert unser Gehirn als Informationen in unserem Gedächtnis, zuerst im Kurzzeitgedächtnis, im Laufe der Zeit durch Wiederholung und Festigung dieser Strategien ins Langzeitgedächtnis.
Die Funktionsweise unseres Haltungssystem lässt sich mit der eines Computers vergleichen.
Die Festplatte ist unser Gedächtnis. Unser Gehirn ist hierbei der Prozessor, der auf die abgespeicherten Informationen in unserem Kurz- und Langzeit-Gedächtnis jederzeit zurückgreift. Wie alle Festplatten muss auch unser Gedächtnis mit Informationen beliefert werden, damit unser Gehirn (Prozessor) arbeiten kann.
Diese Informationen bekommt es vor allem von unseren Wahrnehmungs -systemen, den Sinnesorganen wie unseren Augen, unseren Füßen, unseren Zähnen und Kiefern, unseren Hautfühlern, all unseren Muskeln, Gelenken und im geringen Maße auch von unserem Gleichgewichtsorgan im Innenohr.
Bis heute wird immer noch die falsche Vorstellung in der Medizin vertreten und häufig auch noch gelehrt, dass unser Gleichge-wichtsorgan im Innenohr überwiegend für unser Gleichgewicht zuständig ist.
Für Bricot ist das der Grund, warum man sich erst in den letzten Jahren mit unserem Haltungssystem und seinen Störungen beschäftigt.
Was das Gleichgewichtsorgan betrifft, so besteht seine eigentliche Aufgabe, vor allem darin, unsere Augen und unseren Kopf in der Bewegung zu stabilisieren.
Gleichzeitig dient es uns als Sicherheitssystem, um uns vor dem Fallen bzw. vor Stürzen zu schützen. Es koordiniert jede Abweichung unserer Kopfstellung unmittelbar durch eine gegenläufige Augenbewegung
Durch dieses Sinnesorgan ist es uns möglich, ein Ziel (z.B. ein Verkehrsschild) im „Auge“ zu behalten, oder ein bewegliches Ziel (z.B. ein fahrendes Auto, Flugzeug) mit den Augen zu fixieren.
Was die Fähigkeit, uns im Gleichgewicht zu halten, betrifft, so ist sie angeboren und im Gehirn eingeprägt, d.h. diese Fähigkeit wurde uns in die Wiege gelegt. Wir müssen nur lernen, unser Gleichgewicht im Laufe des 1. Lebensjahr beim Sitzen, Krabeln, Stehen und Laufen lernen, etc. zunehmend zu stabilisieren.
Im Laufe unseres Lebens greift dann unser Haltungssystem ständig auf diese gespeicherten Informationen zurück, um unsere motorischen Fähigkeiten weiter zu entwickeln.
Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, wie schwierig es für Sie war, das Fahrradfahren, Rollschuh laufen, etc. zu erlernen. Erst durch regelmäßiges Üben gelang es Ihnen schließlich, sich dabei im Gleichgewicht zu halten und diese Fähigkeiten mit der Zeit zu festigen bzw. zu automatisieren.
Oder müssen Sie heute noch darüber nachdenken, wie Sie sich dabei im Gleichgewicht halten müssen? Ich denke nicht. Denn wenn Sie heute auf Ihr Fahrrad steigen oder Rollschuh laufen, kann Ihr Haltungssystem auf die früher gemachten Erfahrungen (abgespeicherten Informationen) zurückgreifen.
Liebe Patientin, lieber Patient,
wußten Sie, dass wir uns von Geburt an gegen die Schwerkraft bzw. Erdanziehungskraft wehren müssen?
Damit wir das können, brauchen wir die Kraft unserer Muskeln. Sie sind die Motoren, der Antrieb gegen die Schwerkraft, in unserem Haltungssystem.
Von unseren Sinnesorganen , vor allem von den Augen und Füßen bekommt unser Gehirn die notwendigen Informationen, die es uns möglich machen, uns im Raum orientieren zu können, d.h. wo oben und unten ist.
Bei unserem Haltungssystem handelt es sich um einen Regelkreis, d.h. um ein sich selbst regulierendes System. In diesem erhält unser Gehirn von unseren Muskeln nicht nur Informationen, sondern es gibt unseren Muskeln Befehle, auf die alle unsere Muskeln sofort reagieren, d.h. sich anpassen. Durch die Fähigkeit unserer Muskeln sich ständig anzupassen, ist es uns also erst möglich, uns permanent gegen die Schwerkraft aufrecht und im Gleichgewicht zu halten.
Unser Haltungssystem ist so bei jeder unserer Bewegungen, z.B. beim Essen, Sitzen, Stehen, Laufen, etc. beteiligt.
Dabei greift das Haltungssystem vor, während und nach jeder Bewegung ein, d.h. Wenn Sie sich z. B.ein volles Glas Wasser vom Tisch nehmen wollen, reguliert Ihr Haltungssystem für Sie unbewusst den dafür erforderlichen Bewegungsablauf. Dabei gleicht es Ihren geplanten mit dem auszuführenden Bewegungsablauf ab, in dem es auf Ihre früheren im Gehirn abgespeicherten Erfahrungen zurückgreift.
Liegt jedoch ein Fehler im Haltungssystem vor z.B. durch ein Ungleichgewicht Ihrer Augenmuskeln wie beim leichten Schielen, stimmen diese Informationen nicht mehr überein, d.h.
Würden Sie nun mit dieser Schielneigung nach dem Glas Wasser greifen, so würden Sie vermutlich neben das Glas greifen oder das Wasser versehentlich verschütten, da Ihr Gehirn die räumliche Distanz zu Ihrem Glas aufgrund Ihres Augenfehlers falsch einschätzt und den Bewegungsablauf Ihrer Hand zum Wasserglas falsch steuert. Das alles nehmen Sie selber nicht bewusst wahr und in der Regel würde man Sie, wenn Ihnen so etwas häufiger passiert, für ungeschickt halten.
Kommen wir nun zu der Frage, wie Fehlhaltungen entstehen.
Die normale aufrechte Haltung, ist entspannt und überhaupt nicht anstrengend. Denn in dieser Haltung wird überhaupt nichts extra gehalten, sondern alle Gewichte des Körpers liegen genau über -einander, und die Muskeln arbeiten im aufrechten Stand mit der gering möglichsten Kraft, um uns gegen die Schwerkraft aufrecht halten zu können.
Sie können das am besten an Kindern sehen. Sie sitzen und stehen im Allgemeinen aufrecht, ohne dass wir sie dazu anhalten müssen und ohne dass sie sich dabei groß anstrengen müssen.
Leider
sind wir als Erwachsene heute meist weit davon entfernt. Schauen Sie sich einmal um, so werden Sie überrascht sein, wie ungeheuer viele Fehlhaltungen Sie sehen werden.
Fehlhaltungen werden häufig auch heute noch als harmlos oder auch als Schönheitsfehler angesehen, mit denen man leben oder gegen die man mit eisernem Willen ankämpfen muss, um sie zu beseitigen.
Sicherlich können auch Sie sich selbst daran erinnern, dass auch Sie ständig von Ihren Eltern dazu angehalten wurden, sich gerade zu halten. Aber leider immer vergebens.
Der Grund dafür liegt darin, dass unsere Körperhaltung unbewusst gesteuert wird.
Untersucht man Betroffene mit Fehlhaltungen, so findet man die schwach erscheinenden Partien meist verhärtet und verkürzt, was auf dort vorliegende Muskelverspannungen und Bindegewebs- verquellungen zurück zu führen ist.
Bei Fehlhaltungen handelt es sich um chronisch verspannte Muskeln, die sich nicht mehr allein entspannen können.
Haben Sie zum Beispiel eine verspannte Rückenmuskulatur, so zieht diese Ihren Körper nach hinten. Diese Verspannung lässt auch dann nicht nach, auch wenn Sie immer wieder bewusst versuchen, mit Ihren Bauchmuskeln dagegen zu spannen. Denn diese anhaltende Anspannung Ihrer Rückenmuskeln wird unbewusst von Ihrem Gehirn gesteuert.
Fehlhaltungen sind also weder Angewohnheiten, die man einfach bleiben lassen kann, noch sind sie Ausdruck einer Muskelschwäche und in den wenigsten Fällen Folgen von knöchernen Fehlbildungen.
Die knöchernen Veränderungen unseres Bewegungsapparates wie Hüft- bzw. Kniearthrose, Wirbelsäulenverschleiß, Bandscheiben-, Meniskusschäden, Skoliosen etc. sind nach den Forschungsarbeiten von Prof. Bricot die Folge jahrelang bestehender abnormaler Muskelver -spannungen, die permanent auf unsere Knochen wirken. Deshalb spricht Bricot bei diesen Erkrankungen von Belastungspathologien.
Unsere normalen Wirbelsäulenkrümmungen in der Wirbelsäule sind Anpassungen unserer Muskeln auf unsere aufrechte Körperhaltung auf die Belastung durch die Schwerkraft,bzw. Erdanziehungskraft.
Bei Säuglingen findet man deshalb praktisch noch keine normale Krümmung der Lendenwirbelsäule.
Erst wenn wir, als Kinder zu sitzen anfangen, bildet sich unsere normale Wirbelsäule aus.
Denn was bei all dem bisher gesagten meist vergessen wird, ist die Tatsache, dass all unsere Knochen unseren Muskeln folgen und nicht umgekehrt.
Meistens werden die anhaltenden Muskelverspannungen bzw. Muskelverkürzungen auf unsere Lebensweise (zu vieles Sitzen, verminderte Bewegungsvielfalt) zurückgeführt.
Oft werden sie auch als alleinige Folge von Verletzungen, Operationen, Bewegungsmangel, Übergewicht, emotionalem Stress, etc. angesehen.
Dies sind aber nach den Forschungsarbeiten Bricots nicht die wirklichen Gründe für diese Muskelverspannungen.
Erhält Ihr Gehirn falsche Informationen von Ihren Sinnesorganen, z.B. den Augen, passt es über die Muskeln Ihre Kopfstellung und Ihre ganze Körperhaltung einschließlich Ihrer Fußstellung danrauf an.
Das heißt, auf eine Fehlinformation von Seiten unserer Sinnesorgane passen sich immer die gesamten Muskeln an. Diese Anpassung unserer Körperhaltung erfolgt automatisch, ungewollt und für uns selbt unbewusst.
Ursächlich liegt dieser Fehlhaltung oft eine Bewegungsstörung der Augenmuskeln (mangelnde Konvergenz der Augen), ein Stellungsfehler der Sehachsen
z.B. durch ein Schleudertrauma oder durch Medikamente etc.und / oder eine Fußfehlstellung (z.B. Knickfüße nach innen, Plattfüße, etc.) (siehe Button Augen, Füße) oder ein Fehlbiss zugrunde (siehe Button Zähne-Kiefer)
Unser Haltungssystem steuert nicht nur unsere Sinnesorgane wie Augen, Füße, etc., sondern ist auch für die Weiterleitung und Wahrnehmung von Schmerzen über unsere Schmerzrezeptoren, zuständig. Diese erkennen Schmerzreize und leiten sie über das Rückenmark unserer Wirbelsäule an unser Gehirn weiter. Sie liegen ungleichmäßig verteilt in unserer Haut, unseren Muskeln und in unseren inneren Organen. Das erklärt, warum bestimmte Bereiche unseres Körpers schmerzempfindlicher sind als andere.
Da die Schmerzreize zuerst zum Rückenmark weitergeleitet werden, löst dies in unserem Körper eine Reflexbewegung aus, ohne dass wir die Schmerzen überhaupt schon wahrnehmen. z. B. wenn wir die Hand wegziehen, weil wir versehentlich mit unserer Hand an eine heiße Herdplatte kommen. Dies entspricht unserem angeborenen Flucht- und Schutzreflex.
Erst wenn der Schmerzreiz unser Gehirn erreicht und eine bestimmte Intensität hat, nehmen wir diesen Schmerz bewusst wahr.
Schmerz ist nicht gleich Schmerz. Was wir heute als schmerzhaft wahrnehmen, kann uns morgen schon völlig kalt lassen. Denn unser Schmerzempfinden wird von vielen Faktoren beeinflusst. Oft kann hier auch schon unsere „Tagesform“ entscheidend sein.
Die
Schmerzweiterleitung in unserem Körper ist zwar immer dieselbe, aber die Schmerzschwelle kann sich verschieben. Die Schmerzschwelle reguliert unser Schmerzempfinden. Sie wird durch so genannte chemische Botenstoffe (Transmitter) gesteuert. Diese Stoffe werden immer dann freigesetzt, wenn wir uns verletzen oder krank werden. Wenn sich diese Stoffe vermehrt ansammeln, nehmen wir auch Schmerzen schneller und stärker wahr.
Die Schmerzstärke kann nicht nur durch Botenstoffe wie z. B durch die körpereigenen Hormone Bradykinin oder Serotonin gesteigert,
sondern auch verringert werden wie z.B. durch unser Endorphin. Wenn wir uns freuen, wird dieses vermehrt ausgeschüttet, und dadurch sinkt unsere Schmerzschwelle. Dies erklärt, warum wir kaum Schmerzen empfinden, wenn wir uns in einer freudigen Situation verletzen.
Unsere Schmerzschwelle hängt also nicht nur von rein körper- lichen Vorgängen, sondern auch von unserer jeweiligen psychischen Verfassung ab. Auch unser Alter, die Tageszeit, unsere Herkunft, unser religiöser Hintergrund und unser Umfeld beeinflussen die Intensität, mit der wir Schmerz wahrnehmen.
Wie wir als Erwachsene auf Schmerzen reagieren, hängt auch von unseren Erfahrungen mit Schmerzen in unserer frühen Kindheit ab. Denn Schmerzen, die wir als Kinder erfahren haben, prägen unser Schmerzempfinden. Dieses ist bereits ab der 23. Schwanger- schaftswoche voll ausgebildet. In den ersten Lebenswochen sind Säuglinge, besonders schmerzempfindlich, da ihre körpereigene Schmerzabwehr noch nicht vollständig entwickelt ist.
Wie unser Gehirn sind auch unsere Nervenzellen lernfähig, d.h. sie können sich verändern und anpassen. Sind sie z.B. permanent Schmerzreizen ausgesetzt, so werden sie dadurch immer empfindlicher. Das erklärt, warum dann manchmal schon eine relativ harmlose Berührung als schmerzhaft empfunden wird. Werden die Ursachen für solche Schmerzen nicht erkannt und behandelt, können sich diese Schmerzen in unser Nervensystem regelrecht „einbrennen“ und zu einer ständigen Belastung werden, d.h. sie werden chronisch.
Wie kommt es nun aber aus posturologischer Sicht zum Auftreten von Beschwerden bzw. Schmerzen?
Aufgrund früherer Erkrankungen, Unfälle, Operationen, falscher Lebensweise, Stress, langjähriger Fehlbelastungen durch mehrere bisher nicht erkannter Rezeptorstörungen ist unser Haltungssystem überfordert und kann deshalb keine weitere Belastung mehr wegstecken. Dies entspricht dann dem letzten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Die Auslöser dieser Beschwerden bzw. Schmerzen sind dann häufig relativ harmlos, wie z.B. Zugluft, die dann einen akuten Nackenschmerz auslöst oder eine ungewohnte körperliche Tätigkeit wie Gartenarbeit, die einen akuten Hexenschuss verursacht.
Im Laufe der Zeit können die Beschwerden bzw. Schmerzen dann auch in Ruhe auftreten oder zu akuten Problemen des Bewegungs- apparates wie z.B. Bandscheibenvorfälle, Wirbelblockierungen, Meniskusschäden an den Knien, Hüft- , Kniearthrosen oder auch zu Kiefergelenksproblemen, Migräne,
Kopf-, Nackenschmerzen, Schwindel, Tinnitus, etc. führen.
Normalerweise werden diese Beschwerden bzw. Schmerzen symptomatisch behandelt.
Bricot hat auf dem Boden dieser neurophysiologischen Grundlagen ein einfaches und hocheffektives Therapieverfahren entwickelt.
Diese ursächliche Therapie setzt nicht an den Muskeln und am Skelettsystem, d.h. an den Knochen an, sondern an den gestörten Rezeptoren.
Ein Schüler Bricots, Dr. Fimiani aus Italien, konnte die Wirksamkeit dieser Therapie in den vergangenen Jahren an ca. 5000 posturologisch behandelten Patienten, vor allem an Skoliosepatienten, durch seine Bild- und Videodokumentationen belegen.
Bei der posturologischen Therapie werden soweit wie möglich sämtliche Störeinflüsse des Haltungssystems erfasst, dokumentiert und dann korrigiert.
Nur so lassen sich Ihre Beschwerden bzw. Schmerzen ursächlich behandeln oder vorbeugend vermeiden.